4.2.1. Grundannahmen

Für die Anwendung von Börsenzyklen gelten die drei, in Kapitel 2 benannten, Grundannahmen der Technischen Analyse. Von besonderer Bedeutung ist die dritte Annahme, “Die Geschichte wiederholt sich selbst”. Mit dieser These erklären die Vertreter der zyklischen Theorie die Existenz von wiederkehrenden Mustern an den Finanzmärkten. Sie gehen davon aus, dass sich das menschliche Verhalten im geschichtlichen Verlauf nicht ändert und dass sich somit markante Kursbewegungen wiederholen. Es sind Eigenschaften wie Angst und Gier, die den Menschen in seinen Handlungen an der Börse immer wieder gleich beeinflussen.[213] Jesse Livermore, ein berühmter Spekulant, tätigte die Aussage “Der Markt verändert sich nie”, demzufolge sind es die Gewinner und Verlierer, die sich verändern. Neue Marktteilnehmer begehen die gleichen Fehler wie ihre Vorgänger, da sie die vergangenen Zyklen nicht miterlebt haben.[214]




213Vgl. Aigner, T. (2006), S.114.
214Vgl. Müller, T. (2006), S. 30.